{"id":87,"date":"2015-05-25T11:13:34","date_gmt":"2015-05-25T11:13:34","guid":{"rendered":"https:\/\/update2022.annapapst.ch\/?p=87"},"modified":"2015-05-30T22:57:56","modified_gmt":"2015-05-30T22:57:56","slug":"der-zweite-teich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/update2022.annapapst.ch\/?p=87","title":{"rendered":"Der Teich"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"p1\"><span class=\"s1\"><b>Der Teich <\/b><\/span><\/h2>\n<h4 class=\"p1\"><span class=\"s1\"><b>oder Die Unheimlichkeit des Gew\u00f6hnlichen<\/b><\/span><\/h4>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\">von Robert Walser<\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\">Eine Produktion von papst&amp;co.<\/span><\/p>\n<p class=\"p4\" style=\"text-align: right;\"><span class=\"s1\"><i>\u201ei wet bald lieber niene meh si, als e so da si\u201c <\/i><\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\">Fritz plagt eine schreckliche Ahnung: Seine Mutter liebt ihn nicht. Seit dieser skandal\u00f6sen Entdeckung, findet er sich in seiner Welt nicht mehr zurecht. Alles was ihm vertraut war, erscheint ihm pl\u00f6tzlich fremd und unheimlich, er zieht sich immer mehr aus seiner Umgebung zur\u00fcck. Einzig die Hoffnung, sich get\u00e4uscht zu haben, macht ihm Mut. Um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob seine Mutter ihn wirklich nicht liebt, fasst Fritz einen radikalen Plan: Er inszeniert seinen Selbstmord. <\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\">\u201eDer Teich\u201c ist Robert Walsers einziges auf schweizerdeutsch verfasstes St\u00fcck. Bis nach seinem Tode unver\u00f6ffentlicht, ist das Kurzdrama bis heute einer seiner weniger bekannten Texte. Zu Unrecht: Walsers beklemmende Figurenzeichnung und sein Feingef\u00fchl f\u00fcr die schweizerdeutsche Sprache machen den Text zu einem wahren Fundst\u00fcck f\u00fcr das Theater.<\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\"> In \u201eDer Teich\u201c arbeitet die Regisseurin Anna Papst mit Theaterschaffenden aus den Bereichen Tanz, Schauspiel und Musik zusammen. Die Inszenierung spielt im Graubereich der Wahrnehmung, wo die Grenzen zwischen Manipulation und Passivit\u00e4t verschwimmen. Fritz, der zuerst als gewitzter Redner seine Situation vortr\u00e4gt, ger\u00e4t bald in den Sog seiner eigenen Handlungen. Fritz nimmt f\u00fcr sich den einzigen m\u00f6glichen Weg: er w\u00e4hlt die Flucht in die Fiktion.<\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\"><i>&#8222;Was jetzt in die Roten Fabrik kommt, ist eine konsequente, fadengerade Choreographie in karger Kulisse mit ganz wenig Fremdtext. K\u00f6rper und Kopf tanzen ein Pas de deux; das Seelentheater sucht seinen Ausdruck in gekr\u00fcmmten K\u00f6rpern, gestischen Refrains und reflexiven Einsch\u00fcben.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\"><br \/>\n<\/span><\/i><strong>Alexandra Kedves, Tages-Anzeiger 4.12.2012<\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\"><i>&#8222;Das junge Produktionsteam um die Regisseurin Anna Papst inszeniert Robert Walsers schweizerdeutsches Dramolett &#8222;Der Teich oder Die Unheimlichkeit des Gew\u00f6hnlichen&#8220; aus der sich zunehmend verzerrenden Sicht von Fritz. Ausgedr\u00fcckt wird seine Entfremdung durch rhythmisierte Sprache, punktuelle Lichtquellen und atmosph\u00e4rische Musik. Besonders beklemmend sind die Szenen, in denen die Figuren der Ausweglosigkeit der Situation nicht durch Worte, sondern durch repetitive und reduzierte Bewegung Ausdruck verleihen.&#8220;<br \/>\n<\/i><\/span><strong><span class=\"s1\">Franziska Monnerat, Aargauer Zeitung 19.Oktober 2012\u00a0<\/span><\/strong><span class=\"s1\"><a href=\"https:\/\/update2022.annapapst.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/DerTeich.pdf\" target=\"_blank\">(zum Download)<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\"><i>&#8222;Die Inszenierung spielt gekonnt und modern mit Walsers Text von 1902.&#8220;<br \/>\n<\/i><strong>Susanne Holz, Neue Zuger Zeitung, 22.M\u00e4rz 2013<\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\"><i>&#8222;Wie viel Luft ein Ballon doch braucht, bis er zu zerplatzen droht. Fritz (Jonas Gygax) blickt uns in die Augen, holt Luft und bl\u00e4st, bis sein schmales Walser-Gesicht hinter dem weissen Plastic verschwindet. (&#8230;) Auf der Folie eines Hellraumprojektors notiert Fritz kommentierende oder analysierende Stichworte zu seinem Seelenzustand, die auf der weissen Fl\u00e4che des Ballons erscheinen &#8211; ein raffinierter Einfall der Jungregisseurin Anna Papst.&#8220;<br \/>\n<\/i><strong>Katja Baigger, NZZ, 7.12.2012<\/strong><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Teich oder Die Unheimlichkeit des Gew\u00f6hnlichen von Robert Walser Eine Produktion von papst&amp;co. \u201ei wet bald lieber niene meh si, als e so da si\u201c Fritz plagt eine schreckliche Ahnung: Seine Mutter liebt ihn nicht. Seit dieser skandal\u00f6sen Entdeckung, findet er sich in seiner Welt nicht mehr zurecht. 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